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"Gring ache u seckle" (Quelle: A. Weyermann)

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Zukunft von WLAN?

Mir persönlich ist es ein Anliegen, dass die Leser dieses Blogs wissen, dass ich keine Fachdiplome oder Universitätsausbildung habe. Meine Kenntnisse ergeben sich aus Ausbildungen on the Job (Mainframe -> Windows Server -> Telekommunikation), Diskussionen mit Fachexperten und Selbststudium. Selbststudium heisst fleissig lesen und selber mit Projekten das Gelernte in der Praxis erproben. Das nun über 30 Jahre lang. Was ich nicht verstehe, akzeptiere ich nicht. Auch wenn es von einer fachlichen Autorität vertreten wird oder eine allgemeine Lehrmeinung ist. Stichwort: "640 KB Memory sind genug". Wenn es für mich zu einer Problemstellung wird, dann gehe ich nach Top-Down und Ausschlussprinzip vor.

Die Diskussionen über Sinn und Unsinn von WLAN (Funkverkehr) gegenüber LAN (Kabel) werden zu oft emotional statt mit Logik geführt. Mein aktuelle Sichtweise sowie den Ausblick auf die nahe Entwicklung lege ich hier kurz vor.

Das "Big Picture" ist, dass die mobile Datentechnik die Festnetztechnik ablöst. Was mit der Telefonie (Ablösung der Festnetztelefonie durch Smartphones) begann, hat sich mit dem Internetzugang fortgesetzt. Mit 5G und der schnellen Weiterentwicklung der mobilen Hardware ist die Ablösung des Festnetz Internetzuganges in den nächsten 8 Jahren zu erwarten. Ein Kunde der für den stationären Internetzugang zu Hause zahlt und ein aktuelles Smartphone mit unlimitiertem Internetzugang hat, ist redundant aufgestellt. Wenn gewollt OK, wenn Nein ist es eine unnötige Ausgabe. Dank ESim sowie aktuellen Vertragsoptionen mit Multidevce und gleichzeitiger Nutzung des mobilen Internets auf mehreren Geräten wird den Festnetz Lösungen, aber auch öffentlichen WLAN Angeboten die Daseinsberechtigung entzogen. Noch dazu sind Hotspots ein erhöhtes Sicherheitsrisiko ("Man in the Middle" Szenarien). Kommerziell konkurrenzien die OTT ("Over the Top") Anbieter die traditionellen Telcos. Vergleichbar mit "Tesla" welche der Autoindustrie zusetzt. Wobei diese analogie dahingehend nicht stimmt, dass die Telcos nicht refinanzierte Kosten im Netz haben, welches von den Services die die OTT den Kunden anbieten entstehen (z.B. Netflix).

Rein nur auf die Festnetz Lösungen fokusiert, ist WLAN sexy ("Kabel sind hässlich und lästig"). Jedoch wird es massiv überschätzt, was Zuverlässigkeit und Qualität der Verbindung zum Router angeht. WLAN wird mittel- / langfristig im privaten Umfeld an Bedeutung verlieren. Eine punktuelle Lösung für bestimmte Zielgruppen oder Situationen. Die Gründe sind:

  • WLAN wird über Luft in Form einer Funkwelle übertragen. Lan ist ein Kupferkabel. Aus dem Alltag kennen die meisten Anwender den Unterschied im Beispiel beim Radio. Ein Radio das über Kabel an der Dose in der Wand oder einem Netzwerkgerät angeschlossen ist, wird kaum Störungen oder Unterbrüche haben. Anders die Radioempfänger die über Antenne das Programm enpfangen.
  • WLAN ist ein "Shared Media". Das macht es automatisch unberechnbar. Technisch gesehen ist es Ethernet, wie bei LAN (Kupferkabel) auch. Aber die Architektur ist "Shared Media".
  • Das Smartphone mit Internet Flatrate (unlimitierter Internetzugang) hat sich in der Altersgruppe unter 50 Jahren als der meistgenutzte Computer durchgesetzt.
  • Das mobile Internet - neu mit 5G (Nachfolger von LTE) - breitet sich rasend schnell aus. D.h. man hat über das mobile Internet die gleiche Download Geschwindgkeit wie über WLAN. Bzw. sogar höher. Warum im Haus auf WLAN wechseln?
  • Die Kosten für den mobilen Internetzugang sinken mit der Verfügbarkeit. Inklusive zweiter SIM für Mehrfachnutzung.
  • Multimedia in hoher Qualität (HD / UHD, SACD, Flac, etc.) stellen hohe Ansprüche den Datentransport im LAN. "Sharing Media" (Powerline / WLAN) sind physikalisch nicht kontrollierbar. Ein (abgeschirmtes) Netzwerkkabel schon.
  • WLAN ist eine zusätzliche Strahlen / Elektrosmogquelle im Haushalt. Gilt im Grunde auch für Festnetz Telefone mit DECT.
  • Ein Tablet als "Second Screen" kann für den Internetzugang i.d.R. über den mobilen Hotspot (Tethering) des Hanys verbunden werden. Dadurch ist man Standardort unabhängig mit dem Internet verbunden.
  • Für Wohnsituatioinen die über die normale 4 Zimmer Wohnung hinaus gehen, bzw. verschiedene Stockwerke umfassen bietet die Hausverkabelung die stabile Lösung.
  • Auch Musiksysteme wie Sonos können über die Hausverkabelung gelöst werden.
  • Ein erheblicher Teil der Anrufe bei den ISP's werden durch WLAN Probleme verursacht. Was für Anbieter und Kunde wenig produktiv ist, weil es diffuse Problem vor Ort sind. Über Telefon und / oder Remotezugriff kann man die elektromagnetische Situation vor Ort nicht seriös einschätzen. Und diese wechselt u.U. auch täglich (Router mit Frequenzrotation). 
  • Je grösser die Wohnung / Haus, desto ineffezienter wird ein WLAN Router. Dieser Artikel von pc-erfahrung.de erläutert die WLAN Vernetzung für ein Haus. Abgesehen davon, dass gewisse physikalische Widerstände mit keiner Sendeleistung kompensiert werden können, überschüttet man das Haus mit elektromagnetischer Strahlung. Sinnvoller sind punktuelle WLAN AP die in einem eng umgrenzten Feld (Wintergarten / Lounge / Küche / etc.) ab der Ethernetdose in der Wand WLAN zur Verfügung stellen.

Die Entwicklung ist nicht linear, sondern sprunghaft (Analogie Treppe) und mit hoher Potenzierung. Wer heute weiss, wo er und seine Familie leben werden, sollte den Aufwand für die Hausverkabelung durch einen Telematiker schätzen lassen. Der Konsument sollte von seinem Internet Dienstlsiter nur ein "Modem" (bzw. die Modemfunktion) nutzen. Das Modem stellt die Brücke zwischen Internet (WAN) und dem Netzwerk zu Hause (LAN) dar. So bequem es ist, die Netzwerkgeräte (Heimautomation, TV, etc.) direkt über den Internetdienstleister zu nutzen, bringt es Abhängigkeit. Ebenso wenn man seine E-Mail Adresse über den Internet Dienstleister betreibt. Besser ist es, wenn man die Dienstleistung für den Internetzugang von den anderen Dienstleistungen trennt. Frei nach dem Motto: "My Home is my Castle".

 

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